Gerüchte, Fragen, Missverständnisse

Gerüchteküche

Die am häufigsten gestellten Fragen um Jeanne d'Arc. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie viele Gerüchte, Märchen und Missverständnisse sich um die Jungfrau  ranken. Ausgelöst durch fantasievolle Autoren oder einfach Menschen, die ihre "eigene Johanna" und ihre Ansichten und Überzeugungen vertreten wollten. Mehr oder minder gut überdacht.

Ich versuche hier, alle Fragen die des Öfteren an mich gestellt werden, so gut und meines Wissens nach zu beantworten! Meine Antworten stützen sich auf den Stand der aktuellen Johanna-Forschung - mein Wissen auf die Lehren jener Historiker, die mich persönlich belehrten. Bei sonstigen Fragen um oder über Jeanne d'Arc könnt ihr mich jederzeit, unter webmaster@jeannedarc.fr kontaktieren.

Die Fragen auf dieser Seite:

 1. Jeanne d'Arc, ein königlicher Bastard ?

 2. Jeanne entkam dem Feuer?
3. Hatte Jeanne einen Gatten/Geliebten?

4. War Jeanne eine Deutsche?
5. War Jeanne lesbisch?

 6. Blutrünstige Tyrannin ?

7. Wurde Jeanne vergewaltigt?
8. Starb Sie wirklich als Jungfrau?

 

1. Jeanne d'Arc - ein königlicher Bastard ?


War Jeanne d'Arc ein könlicher Bastard, der der Familie d'Arc untergeschoben wurde?!

Die ewige Frage, ob die Geschichte des armen Hirtenmädchens  nur eine romantische Hindichtung eines eigentlichen königlichen Bastardes war, taucht immer wieder in irgendeinem Buch auf. Allerdings sind diese Behauptungen kaum ausreichend hinterlegt, und es gibt noch zu eindeutige Beweise, wieso die Geburt in Domrémy dagegen spricht!

Hier sind einige Punkte, die gegen die Bastard-These sprechen:

-         Allen Quellen zufolge ist Jeanne d'Arc in der Nacht des 6. Januar zur Welt gekommen. Perceval von Boulainvilliers, ein Kammerherr König Karls VII,. berichtet am 21.Juni 1429 in einem Brief an den Herzog von Mailand: „Es war in der Epiphaniasnacht, als sie zum ersten mal das Licht dieser irdischen Welt erblickte, und  - wunderbar zu berichten! - die armen Einwohner des Ortes wurden von einer unbegreiflichen Freude befallen. Noch ohne von der Geburt der Jungfrau zu wissen, liefen sie einer zum anderen und fragten, was Neues geschehen sei. Für einige war es Anlass wieder neuen Lebensmut zufassen. Was lässt sich dem hinzufügen? Die Hähne, wie Herolde dieser glückhaften Neuigkeit, krähten auf eine nie zuvor gehörte Weise und schlugen mit den Flügeln; zwei Stunden lang fuhren sie so fort, dieses neue Ereignis zu verkünden." Dieser Brief, zu Zeiten geschrieben, Als Jeanne d'Arc schon eine Berühmtheit war, ist sicherlich mit schmückendem Beiwerk angereichert. Doch soll, so die Verfechter der „Königstheorie", der Tumult in jener Nacht dadurch entstanden sein, dass eine Horde Berittener das acht Wochen alte Königsbaby zu der Familie d'Arc gebracht habe. Gegenargument: Eine solche Aktion wäre den Chronisten nicht verborgen geblieben!!!

-         Wäre Jeanne d'Arc 1407 geboren, so hätte man 1412 ein fünf Jahre altes Mädchen getauft. Immerhin haben im Rehabilitationsprozess vier Paten ausgesagt, die bei diesem Ereignis dabei waren. Auch sie verloren kein Wort über die doch sicherlich merkwürdige, weil so späte Taufe. In einem Dorf wie Domrémy, damals wie heute eine „Mini-Gemeinschaft", in der jeder über jeden Bescheid weiß, wäre es nicht verborgen geblieben, wenn am angesehenen Jaques d'Arc und seiner Frau Isabella ein Kind untergeschoben worden wäre. Auch die jahrelange Anwesenheit von 2 Erziehern, die dem Mädchen angeblich eine standesgemäße Ausbildung zukommen ließen, wäre mit Sicherheit aufgefallen. Auch scheint diese „Ausbildung" nicht von Erfolg gekrönt gewesen zu sein; Jeanne d'Arc, das wiederum steht fest, konnte so gut wie nicht lesen oder schreiben. Jedoch wird angenommen dass sie es, zwar sehr schlecht und nur mühsam, aber ansatzweise konnte, die Vermutung stammt von Jeannes Wunsch im Verurteilungsprozess, die Anklagepunkte schriftlich vorgelegt zu bekommen!

-         Punkt drei: Schließlich wäre in einem Prozess, den zwar französische Ankläger und Richter gegen Jeanne führten, englische Interessenvertreter aber noch mehr oder weniger steuerten, jedes auch noch so kleine Indiz über die königliche Herkunft der berühmten Frau gierig aufgegriffen worden. Auch davon ist nichts überliefert worden. Im Gegenteil: Mit seltener Akribie wurde in diesem Verfahren eine Angeklagte „durchleuchtet" - nur über ihre angebliche Verwandtschaft zum König kam nichts ans Licht. Man kann sich vorstellen, wie gerne die Richter und ihre Auftraggeber ein solches Argument (oder auch nur eine Theorie) aufgegriffen hätten.

Und muss man eigentlich noch immer darauf hinweisen, dass der König im Dorf Domrémy hat sehr genaue Untersuchungen über Jeanne hat anstellen lassen?!
Regine Pernoud fasst das alles noch sehr schön zusammen:

(...)Die einen Autoren greifen de Pseudo-Beweisführungen des 17. und 18. Jahrhunderts auf,
die anderen - „Bastardschaftler", wie man sie nennt - übernehmen die Behauptungen eines
gewissen Pierre Caze, Unterpräfekt von Bergerac, der, wohl aus Zeitvertreib, 1805 das erste Werk veröffentlichte, das Jeanne d'Arc als außereheliche Tochter der Isabeau von Bayern hinstellte.
(...)

Darf man denn darüber hinaus die Zeugenaussagen der Paten, Patinnen und Nachbarn vergessen? Alle berichten, dass Jeanne wirklich in Domrémy als
Kind des Jaques d'Arc und der Isabelle Romée geboren wurde. Dieselben Pseudo-Hystoriker behaupten, dass alle von der Sache wussten und natürlich auch Karl VII., der Herzlog von Alenccon, Dunois und Bertrand de Poulengy, der Jeanne von Vaucouleurs nach Chinon begleitete. Keiner äußerte sich dazu, und niemand zweifelte damals daran. Trage nicht, so sagen sie, Jeannes Wappen einen Bastardfaden, während das Schwert nie als Beizeichen angesehen wurde? Doch warum erhält nicht nur Jeanne ein Wappen, sondern auch ihre „falschen" Brüder? Floß in deren Adern etwa ebenfalls königliches Blut?!

Alle diese Thesen sind es nicht wert, dass man auf sie eingeht. Solange keine überzeugenden Beweise vorliegen, brauchen sie nicht berücksichtigt werden.
(Regine Pernoud,1991)

 

2.  Jeanne d'Arc entkam dem Feuer?!

Nein!

Es gibt immer noch Leute die auf jene Theorie schwören Jeanne d'Arc wäre nicht verbrannt worden, dafür aber eine andere Frau an ihrer Stelle. Tatsächlich schaffen es die Verfechter dieser Theorie, ganze Seiten mit Gründen aufzulisten, warum Chauchon und seine Anhänger, Jeanne hätten laufen lassen müssen. Demnach wäre Jeanne d'Arc 18 Jahre (1449) nach dem "angeblichen" Feuertod doch einen normalen Tod gestorben. Sie litt angeblich des weiteren an Gebrechen und starb eines Natürliches Todes, verheiratet aber kinderlos, in Lothringen in der Nähe Metz. Ihr angeblicher Gatte "Robert de Ambroises" wäre allerdings "abstinent" gewesen und zog sich direkt nach der Hochzeit zu seinen Brüdern zurück.

Diese These ist jedoch genauso wackelig wie die des "königlichen Bastards". Die meisten Autoren stützen sich dabei entweder auf die gewisse „Madame d'Arc" die nach Jeannes Tot erschien, hoch gefeiert wurde und lange in Karls Schloß lebte, oder auf eine Johanna, die einige Jahre nach Jeanne d'Arcs Tot auftauchte und sich für sie ausgab. Bei einigen (scheinbar sehr leichtgläubigen) Landleuten fand diese tatsächlich Glauben. Wir wissen aber, dass sich besagte falsche Johanna, nach einiger Zeit und einigen Vorgängen - auf die ich jetzt nicht weiter eingehen möchte - vor Gericht wieder fand, in dem sie zugab, NICHT die echte Johanna zu sein, sondern sich nur als diese ausgegeben habe!

Die Doppelgängerin hatte natürlich auch ihren ganz eigenen Namen; Claude de Ambroises.

Einige Autoren stellen die Zeit während Jeannes Gefangenschaft als eine Art schauspielerische Glanzleistung dar. Einerseits, und am offensichtlichsten, wollen die Richter Jeanne nach einem makaberen Spiel tot sehen. Hinter den dicken Mauern allerdings wird verhandelt, wie sie Jeanne am Ehesten und am Besten noch unbemerkt entkommen lassen könnten.

Aber passt dieses Schauspiel in die uns überlieferten Dokumente des Prozesses der Jeanne d'Arc? Etwa in das Schauspiel in dem Cauchon noch Sorgen hatte, Jeanne könnte an ihrer Fischvergiftung sterben!? In dem Schauspiel, in dem Cauchon jene Richter wegsperren ließ, die Für Jeanne sprachen?! Man bedenke dazu das Treiben des Henkers, der das Feuer zurückkehrte um dem Volk und allen Augenzeugen die noch nicht komplett vernichtete Leiche der Jeanne d'Arc zu zeigen - als Beweis, dass eben diese Frau und keine Andere starb.

Peinlich auch für einen Verschwörungstheoretiker, der auf ARTE die Überlieferungen falsch übersetzte,  man hätte der falschen Jeanne einen Kartoffelsack über den Kopf gestülpt um ihr Gesicht zu verdecken.
Das stimmt so nicht und hätte auch die Aktion des Henkers (s. oben) komplett überflüssig gemacht.
 
Es gibt sogar noch Quellen die uns erzählen, dass sich ehemalige Soldaten Jeannes nach Rouen begaben um das Spektakel mitzuerleben. Hätten eben diese Männer die falsche Jeanne nicht erkennen müssen? Und ohne ihre Verbrennung, hätte Jeannes Mutter nicht weinend und klagend die Revision ihrer Tochter angefordert. 
Wäre Jeanne nicht verbrannt worden, wäre dieses Mädchen dass wir heute als "Medienereignis des 15. Jahrhunderts" feiern nach all dem Spektakel wirklich noch einmal unbehelligt über Frankreichs Boden marschiert, wäre das keinem Chroniken verborgen geblieben - Im Gegenteil, ihr Wiederauftauchen wäre vielleicht spektakulärer als ihr eigentlicher Märtyrertod gewesen.

 

3. Gab es einen Mann in Jeannes (Liebes-)leben?!

 Nein!

In vielen Romanen und Erzählungen wird mittels romantischer Szenen die Leserlichkeit etwas bugsiert, wie durch eine ganze Reihe Männer die Jeanne so sehr geliebt haben soll. Sei es Jean d'Metz, d'Aulon, Dunois, der Engländer Lionel oder sogar der schöne Herzog Alencon, irgendjemand war Schuld an Jeannes Gefangenschaft, MUSSTE Schuld sein, denn mit der Liebe zu einem Mann soll Jeanne ihr Gelübde zu Gott gebrochen haben. Allein an dem Punkt, stimmt schon etwas nicht. Denn Jeanne, die in ihrem dreizehnten Lebensjahr weniger zu Gelübde gab, sich nicht zu verlieben, sondern viel mehr, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren - stellt die erste Interpretationsschwierigkeit für einige Autoren dar.

Man kann nicht genau sagen, welchen dieser Männer Jeanne nun geliebt haben soll bzw welche Geschichte davon am meisten verbreitet ist. D'Metz, d'Aulon und Betrand de Poulengy lassen sich allein durch ihre Aussage in der Revision ausschließen - für's Erste - in denen sie alle besagten, dass sie "keinerlei fleischliche Begierde zu ihr empfanden, auch dann nicht, als sie sie mehrmals halbnackt sahen, und allein durch ihre Güte und Wohlwollen niemals gewagt hätten, so etwas von ihr zu erbitten". Alencon hatte eine Gattin (Nach einigen Büchern sogar mehrere) und die Geschichte des Engländers Lionel, verbreitete sich durch Schillers „Jungfrau von Orléans".
Indem Schiller Jeanne, den Engländer am Leben lassen ließ, sie sich in ihn verliebte und dadurch, wie erwähnt, ihr Gelübde brach. Doch ist diese Geschichte dennoch eine Illusion Schillers, Lionel, wenn er denn so hieß, starb noch in Jeannes Armen und das übel zugerichtet. Sie weinte um ihn, aber weniger aus rührender Liebe, sondern viel mehr aus dem Grund wieso sie nach fast jeder Schlacht weinte; nämlich dass sie sich die Schuld dafür gab, die Engländer ohne Beichte und mit all ihren Sünden vor Gott treten zu lassen. Zudem taucht der Name LIONEL in Jeannes Geschichte und im "engeren Zusammenhang" bzw Treffen mit beiden Personen, erst auf, als ein gewisser englischer Ritter namens LIONEL, Jeanne vor Compiegne gefangen nahm. Nach den uns bekannten Überlieferungen, wie stolz Lionel über diese Gefangenname war und er wohl auch nur kurzweilig mit ihr direkt zutun hatte, werden da wohl nur wenige Symphatien im Spiel gewesen sein.

Und auch hier lässt sich das Zitat erwähnen, dass sie kurz vor ihrem Tot gab, in dem sie so sehr bedauerte, dass ihr „ (...) reiner, unbefleckter Körper der nie geschändet wurde(...)" derart grausam vernichtet werden soll.

Noch muss man dazusagen, hätte Jeanne sogar in ihrem Gelübde an Gott, neben ihrer Keuschheit zu bewahren noch die Verliebtheit außer Frage gestellt, wäre Jeanne nicht allzu leichtsinnig Schwurbrüchig geworden. Zudem Jeanne noch selbst gewusst oder zumindest die Überzeugung gehabt haben soll, dass sie nur (noch) ein Jahr und etwas darüber Zeit zu leben haben sollte. Große Familienplanung wird in den Moment wohl weniger vorhanden gewesen sein. Aber weiter zu den Revisionsaussagen: Jean d'Metz der allgemein mehr FÜR die Jungfrau spricht, sagt u.a. aus "(...) und sie war die Keuschste von Allen". Neben dieser Tatsache gibt es überhaupt so einige Berichte, dass Jeanne jegliche Annährungsversuche entzürnt und mit Ohrfeigen von sich hielt....

Ein weiterer Soldat sagte aus, Jeanne sei in ihrer Rolle als Frau noch ziemlich "kindlich" gewesen.
Sie war also sozusagen erstmal blind für die Männerliebe.
Kann man etwas anderes von einer 17 jährigen verlangen, die, anders als heute, nicht von den Medien
"versaut" wurde? In einer Zeit in der Raub und Vergewaltigung an der Tagesordnung waren, und Eltern ihren Kindern die Gatten aussuchten, dürfte ihre
Einstellung zu fleischlicher Liebe und Romantik, wie wir sie kennen, eher nüchtern gewesen sein.

Auch ihre Art sich zu kleiden; Jeanne trug damals, aus Keuschheitsgründen, eine so genannte Dublette/Doublet. Ein Wamsähnliches Oberteil was doppelschichtig war bzw eine Wollstoffschicht unten drunter hatte. Mit Nestelfäden wurde ein gewöhnliches Doublet durch ca. 20 Löcher geschnürt, Jeanne aber schnürte ihres durch 40 Löcher. Das ist gut das Doppelte, der Versuch dies zu öffnen - während der Träger sich wehrte - dürfte sich als äußerst schwierig erweisen. Jeanne verzichtete also auf ihre eigene Bequemlichkeit, um vor solchen Angriffen in jeder Hinsicht
geschützt zu sein.

--> Haben Sie gewusst dass...? 

 Jeannes Vater seine Tochter verheiraten wollte noch bevor sie zum König aufbrach? Jeanne lernte den Mann kennen und ging direkt vor das Gericht von Tours, um die Verlobung als ungültig zu erklären.
Vor Gericht würde Sie die Aktion eines Tages folgender Maßen beschreiben; "Es war das erste und einzige Mal dass ich mich den Willen meiner Eltern widersetzt hatte!"

 

4. War Jeanne d'Arc eine Deutsche?

Nein!

Jean Markale schreibt in seinem Buch "Isabeau de Bavière", daß das Herzogtum Lothringen zur Zeit von Jeanne zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte. Somit war Jeanne streng genommen Deutsche, oder ? Domrémy liegt geographisch in Lothringen, inmitten des Hochlands, durch das Mosel und Maas fließen und das von den Vogesen im Osten der Savre und Chiers im Norden, dem Argonnerwald und den Ebenen der Champagne im Westen, den Saônequellen und der Hochebene von Langres im Süden begrenzt wird.

Jetzt wirds interessant,
Domrémy war ein FRANZÖSISCHES und NICHT lothringisches Dorf!

Denn an dieser Stelle bildete die Maas die östliche Grenze des Königreichs Karl VII. Am rechten Flussufer lag Grafschaft und Bistum Toul und dahinter das Herzogtum Lothringen, die beide wenigstens rechtlich zum Heiligen Deutschen Kaiserreich gehörten!

Jeannes Nationalität ist und war unbestreitbar FRANZÖSISCH!

 

5. War Jeanne d'Arc lesbisch???

Nein!

Jeanne d'Arc wird schon seit Längerem die Möglichkeit nachgestellt, lesbisch gewesen zu sein. Der Grund; Jeanne teilte ihr Bett lieber mit "jungen Mädchen", als mit Männern oder älteren Frauen. Diese einzelne Aussage bei der Revision sollte genügend Stoff für Unmengen 2 Euro Bücher im 20. Jahrhundert bieten. 
(Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen dass ich keine negativen Intuitionen gegenüber Homosexuellen habe und mich lediglich an Fakten entlang arbeite.)

Im 15. Jahrhundert wurde mit der Nachtruhe noch anders gehandelt als heute, das Nachthemd kam erst später in Mode und weil Jeanne sich nicht nackt zwischen lauter Kriegsmännern legen wollte, schlief sie nicht selten in voller Rüstung. Allerdings war es zu jener Zeit nur üblich, dass sich junge Mädchen zusammen ein Bett teilten, - und bis Heute muss man dem keine Perversionen abgewinnen. 

Es liegen keinerlei Berichte vor, dass sich Jeanne in irgendeiner Form auffällig gegenüber Frauen verhalten hat. Männer waren in diesem Sinne zumeist eher "der Feind der Keuschheit", so waren Mädchen unter sich einfach gut aufgehoben, und man hatte voreinander nichts zu verstecken - wie man es damals nannte "die Geheimnisse eine Frau".

 

6. Blutrünstige Tyrannin?

Nein!

Nicht jeder versteht unter dem Namen "Jeanne d'Arc" eine Heilige, die im Lichte strahlt und als "Engelgleiche" bezeichnet werden könnte. Immerhin wird ihr Name nicht zuletzt mit Krieg und dem Kampf an vorderster Front in Verbindung gebracht. Eine Frau, die Frankreich den Engländern entreißt, die mit Pferd und Flagge an der Spitze der Armee steht - kann doch unmöglich drumherum gekommen sein, jemanden zu töten.

Aber natürlich hatte Jeanne wenig-blutrünstige Taktiken. Wie uns überliefert hat sie mehrfach Briefe an belagerte und anvisierte Städte verschickt, jegliche englischen Bastionen sollten die CHANCE haben, das Land in Frieden zu verlassen. War sie inmitten einer Schlacht, weinte sie jedes Mal um alle verlorenen Seelen, die bei den Krieg fielen und mit diesem Kummer fand Sie sich mehr als Einmal in der Beichte wieder.

Es liegt uns noch ein weiterer Passus vor, in dem Johanna im Verurteilungsprozess gefragt wird "was ihr lieber wäre, ihre Flagge oder ihr Schwert"? Sie antwortete, dass ihr Ihre Flagge eintausend mal lieber wäre,  da es keine Waffe ist und des weiteren, dass noch nie ein Mensch durch ihre Klinge gestorben sei.

Ganz gleich ob Jehanne für Ihre Armee ein Mix aus Maskottchen oder Führungskraft war, sie gab ihren Soldaten genug Kraft und Ansporn die längst fällige Wendung im Hundertjährigen Krieg einzuleiten.

Wie überhaupt, hätte sich eine zutiefst fromme, junge Frau, die den Großteil ihrer Jugend in der Kirche
und im Gebet verbracht hat, sich den Willen des Allmächtigen widersetzen können, wenn Sie ihn vernimmt? 
Ihr gefiel nicht was Sie tat. 
Überliefert ist uns ein junges Mädchen, dass auf einem teurem Kriegsross und in einer noch teueren Rüstung sitzt und dem frisch gekrönten Dauphin auf die Frage "Was sie sich denn wünsche" antwortet, dass Sie hier nichts verloren habe und lieber daheim bei ihrer Mutter sitzen und spinnen würde.

 

7. Wurde Jeanne vergewaltigt?

Nein!

Wieder ein lästiges Vorurteil, welches Bücher und Filme zu gerne aufgreifen.

Tatsächlich aber, gibt es absolut keine Indizien dafür, dass Jeanne d'Arc im WAHRSTEN Sinne des Wortes vergewaltigt wurde! Jeanne selbst bedauert während ihres Prozesses zu Rouen ihr eigenes Martyrium. Wie festgehalten wurde, beklagt Sie sich über die nächtlichen Vergewaltigungsversuche die ihre englischen Wachen ihr zu Leide tun.

Aber hatten Sie es wirklich geschafft?!
Nein.

1) In den Dokumenten spricht man von Versuchen, welche aber immer wieder verhindert wurden. Bei einem Versuch schrie Jeanne so laut und so lange, dass Earl Warwick im Schloss nach ihr sehen ging und die Wache von ihr entfernen konnte, ehe wirklich etwas passieren konnte.

2) Jeanne trug damals, aus Keuschheitsgründen, eine so genannte Dublette/Doublee. Ein Wamsähnliches Oberteil was doppelschichtig war bzw eine Wollstoffschicht unten drunter hatte. Mit Nestelfäden wurde ein gewöhnliches Doublee durch ca. 20 Löcher geschnürt, Jeanne aber schnürte ihres durch 40 Löcher. Das ist gut das Doppelte, der Versuch dies zu öffnen - während der Träger sich wehrte - dürfte sich als äußerst schwierig erweisen. Jeanne verzichtete Also auf ihre eigene Bequemlichkeit, um vor solchen Angriffen in jeder Hinsicht geschützt zu sein. Und das tat Sie auch während ihres Prozess, während die Wachen Sie vermutlich damit produzierten, ihre Klamotten zu stehlen,  wurde Sie ihrer eigenen Anklageschrift zufolge "Rückfällig" indem Sie nach dem einzigen Schutz griff den Sie hatte: ihre Männerkleidung.

Fazit: Wie schnell hätte solch ein Wächter Zeit gehabt, ein Doublet das
doppelt so oft geschnürt wurde wie gewöhnlich, zu öffnen, während er sich
gleichzeitig noch in einem Kampf befindet?

3) Am gleichen Tag, an dem man Jeanne zum Scheiterhaufen abführte, rief Sie aus "So scheußlich soll mein reiner Körper, der nie befleckt wurde, vernichtet werden?!" Spricht diese verzweifelte Aussage nicht für sich?

Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt...

 

8. Starb Sie wirklich als Jungfrau?

Auch sehr oft gefragt, ob Jeanne d'Arc wirklich als Jungfrau gestorben ist! Die Antwort ist ganz klar; JA! Man kann dazu auch obiges als weiteres Indiz nehmen. Es gibt auch genügend Beweise die dafür sprechen!

Zum Ersten; Jeanne wurde 2 Mal daraufhin untersucht, ob Sie tatsächlich Jungfrau gewesen ist, und immer war das Ergebnis das Selbe; sie war vollkommen unberührt! Die einzigen äußerlich erkennbaren Verletzungen die Sie um Schambereich hatte kamen vom Reiten, da man damals bei der Rüstung vorhandene Lederriemen zwischen den Beinen hatte und die waren nicht gerade angenehm! Diese Verletzungen waren allerdings nur äußerlich und wurden auch nur als solches festgehalten.

Ein Weiteres ist, dass Sie noch etwas kindlich war. Sie hatte keine Gelüste und hat bei ihren Soldaten auch nie fleischliche Begierde ausgelöst, das haben die Soldaten in ihrer Revision über Sie ausgesagt. Man hat Sie schon damals als Heilige gesehen und niemand hätte es damals tatsächlich gewagt sie anzufassen.

Wenn man auf die vermeidliche Vergewaltigung in Rouen hinaus will, die hat es nie gegeben. Filme und Autoren behaupten das gerne, aber es gibt absolut KEINE Indizien dafür, dass Jeanne d'Arc wirklich vergewaltigt wurde (s. Punkt 7). Man hat es versucht, keine Frage, aber es wurde festgehalten dass Jeanne von anderen Aufsehern "gerettet" wurde. Ihre Richter wussten schon, dass es ja eigentlich politisch falsch gewesen wäre Sie derart zu misshandeln, wobei sie auch davon absahen sie zu foltern.

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